Warum in die Ferne schweifen…

6. Dezember 2014

Du hast bestimmt auch schon mal den Satz gehört: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück liegt doch so nah?
Sicher, in manchen Zusammenhängen mag das ein richtiger Gedanke sein. Aber beim Thema Reisen? Wo liegt der entscheidende Unterschied, ob ich nach Bremen oder Bangkok reise? Der Unterschied, der den Spruch Lügen straft?
Dazu müssen wir erstmal klären, was hier Glück bedeutet. Wenn das Glück für mich ein schöner Strand mit klarem warmem Wasser ist, dann würde ich der Aussage zustimmen. Wo ist denn der Unterschied, ob der Strand auf den Kanaren ist oder auf Bali?
Aber was ist, wenn ich mich auch ein wenig zwischen den Einheimischen tummeln möchte? Ihre Sitten kennenlernen möchte, oder einfach nur sehen, wie sie einige Dinge im Gegensatz zu uns regeln. Dann ist aus meiner Sicht das Glück nicht so naheliegend. Dann suche ich es eben doch lieber in der Ferne, in einem völlig anderen Kulturkreis.
Gerade sitze ich in Little India in Singapur vor einen Gesundheitszentrum. Hier gibt es so ziemlich alles, was man auch aus deutschen Krankenhäusern kennt. Aber die vielen Koffer in der Wartehalle mit Flug-Labels zeigen mir ganz deutlich, dass das wohl nicht überall so ist. Denn offensichtlich nehmen diese Menschen hier für eine gute medizinische Versorgung eine lange (und für sie vermutlich auch teure) Reise auf sich. Für etwas, das für uns Westler quasi an jeder Ecke zu haben ist und uns so selbstverständlich erscheint, dass wir uns gar keine Gedanken mehr darüber machen. Und sich dessen bewusst zu werden und vermeintliche Selbstverständlichkeiten wieder zu schätzen, das bedeutet Glück für mich.

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