Portrait Fotografie zum Üben

4. April 2015

Du magst auch Portrait Fotografie, machst aber mehr Fotos von Landschaften und Blumen, weil Du Hemmungen hast, Menschen anzusprechen? Und wenn Du Menschen aus Deinem Umfeld fotografierst hast Du nicht die nötige Ruhe, weil Du denkst, Dein Gegenüber wird ungeduldig? Das ist ganz normal! Damit stehst Du nicht alleine da. Mir geht es genauso und auch auf diversen Fotoworkshops, die ich besucht habe, erlebe ich immer wieder, dass das vielen anderen ebenso geht.

Profil-Portrai-Steinkopf

Profil-Portrait Steinkopf, Licht von hinten

Auf meiner letzten Asienreise (von der ich wieder mit viel zu wenig Portraits zurückgekommen bin) habe ich aber einen Ort gefunden, an dem Du Portraits schiessen kannst, ohne Menschen ansprechen zu müssen und Models die unendlich geduldig sind. Nur ihre Gesichtszüge sind wie in Stein gemeisselt.
Wo? In Chiang Mai! Dort gibt es einen kleinen und etwas versteckt liegenden Garten mit scheinbar unendlich vielen Terracotta-Figuren. Manche sind vollständig, andere nur in Fragmenten vorhanden. Die Auswahl ist überwältigend. Und erst das Licht! Ich bin am späten Nachmittag dort gewesen und obwohl der Garten von Mauern und Häusern umgeben ist, hat die tief stehende Sonne ihren Weg auf die vielen Gesichter gefunden. Zusammen mit den Schatten spendenden Bäumen hat sich ein beeindruckendes Lichtspiel gezeigt. Du kannst die Gesichter hervorragend freistellen, wenn das Gesicht von einem Sonnenstrahl erhellt wird, der Hintergrund aber im tiefen Schatten liegt.

Terracotta-Kopf-Seitenlicht

Angeschnittenes Portrait, Seitenlicht

Das ist eine gute Alternative, wenn Du kein sehr offenblendiges Objektiv hast, um mittels Unschärfe freizustellen. Du kannst auch diverse Perspektive ausprobieren. Wie wirkt das Bild, wenn ich aus einer erhöhten Position fotografiere? Was passiert, wenn ich vor dem Model in die Hocke gehe? Du kannst einfach ausprobieren, ohne Sorge haben zu müssen, dass das Model die Geduld verliert. Das macht das eingeschränkte Mienenspiel aus meiner Sicht wieder wett. Klar kannst Du auch Bücher zum Thema Portrait-Fotografie lesen, aber so lange Du nicht selber die Kamera in die Hand nimmst und machst, wird sich Dein virtueller Werkzeugkasten nicht weiter füllen.
Dank des tropisch feuchten Klimas sind viele Figuren und Gesichter von Moos und Flechten überzogen, was dem Ganzen nochmal einen besonderen Reiz verleiht und den Mangel an veränderbaren Gesichtsausdrücken wettmacht.

Bemooster-Steinkopf

Liegende Figur, weiches Licht

Das Klima hat allerdings auch einen Nachteil: Mücken! Gerade zum Sonnenuntergang kommen sie in Scharen aus ihren Löchern! Und auch wenn Chiang Mai kein Malaria-Gebiet ist, solltest Du für einen guten Mückenschutz sorgen. Sonst wird die Portrait-Session dann doch wieder anstrengend und die Mücken lenken Dich von der Konzentration auf Gestaltung und Technik ab.
Du bist aufgrund dieses Artikels dort gewesen oder kennst in Deiner näheren Umgebung eine ähnliche Ecke und hast ein paar schöne Portraits geschossen? Dann zeig sie doch mal. Einfach einen Link zu den Bildern in die Kommentare. Würde mich freuen zu sehen, dass mein Artikel geholfen hat 🙂

Und hier gibt’s noch ein paar zusätzliche Bilder aus dem Park.

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